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Zwei Jahre liegt Commander Shepards Sieg über die Reaper nun zurück. Doch lauert in den Weiten des Alls bereits die nächste Gefahr: Überall im Universum verschwinden ganze Kolonien der Menschen ohne auch nur irgendeine Spur zu hinterlassen. Und dann taucht auf einmal eine geheimnisumwobene Organisation namens Cerberus auf, die euch bei der Lösung des Rätsels behilflich sein will. Ein rund 30 Stunden langes, neues Abenteuer wartet auf euch! „Mass Effect 2“ ist nicht irgendein zweiter Teil, sondern eine ganz konsequente Fortsetzung des Erstlings: Um den zweiten Teil wirklich verstehen zu können, müsst ihr den ersten durchgespielt haben. Außerdem hoffe ich für euch, dass ihr euren Spielstand von damals nicht gelöscht habt – ihr könnt ihn nämlich direkt in „Mass Effect 2“ importieren, was auch Auswirkungen auf die Geschichte hat. Diese werde ich euch nun natürlich nicht verraten, doch lasst euch eines gesagt sein: Durch die Möglichkeit, die eigene Linie konsequent durch die Trilogie (auch „Mass Effect 3“ wird das Import-Feature bieten) führen zu können, ist die Spielerfahrung noch beeindruckender. Ihr beeinflusst das Universum nicht nur über einen Sieg in irgendeinem Kampf, sondern durch euer Verhalten allgemein. Im Laufe der Stunden bekommt ihr es mit zahlreichen interessanten Charakteren zu tun und stets habt ihr erwartungsgemäß die Möglichkeit, den Gesprächsverlauf zu beeinflussen. Ihr könnt eurem Gegenüber Honig um den Mund schmieren – oder ihn einschüchtern.
In einigen Situationen könnt ihr das Gespräch auch mit einer Vorbild- oder Abtrünnigen-Aktion unterbrechen und eurem Anliegen so zusätzlichen Nachdruck verleihen: Wenn ein unfreundlicher Außerirdischer auf einmal in den Lauf einer Kanone guckt, dann wird er es sich in Zukunft vermutlich zweimal überlegen, euch komisch zu kommen. Ihr müsst aber natürlich kein Arschloch sein. Wenn ihr ein Held ohne wenn und aber sein möchtet, dann ist das möglich. Niemand zwingt euch zu Entscheidungen, die eurer Moralvorstellung zuwiderlaufen. Das bedeutet aber keineswegs, dass alle Entscheidungen einfach zu treffen sind oder sich gut anfühlen. Wie bereits im ersten Teil, so könnt ihr auch in „Mass Effect 2“ unterschiedliche Mitstreiter rekrutieren. Sie sind nicht nur aufgrund ihrer besonderen Fähigkeiten ausgesprochen wertvoll, sondern auch wegen ihrer Hintergrundgeschichten sehr interessant. Für jeden potenziellen Mitstreiter müsst ihr eine Mission absolvieren, um seine (bzw. ihre) Loyalität zu gewinnen. Im Verlauf dieser Mission erhaltet ihr spannende Hintergrundinformationen und Einblicke in das jeweilige Leben. Wenn es dann um Leben und Tod geht, fühlt sich „Mass Effect 2“ ganz anders als andere Spiele an. Dumm nur, dass euch kleinere Macken immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen. In den Kämpfen mit außerirdischen Aggressoren verhalten sich eure Gefährten zum Teil nicht überragend clever, sondern eher wie Kanonenfutter. Den Spielspaß zerstört das natürlich nicht, doch gibt es hier noch Raum für Verbesserungen.
Etwas schade ist auch, dass BioWare den Rollenspielanteil zurückgefahren hat. Eure Damen und Herren steigen nach wie vor Stufen auf und können besondere Fähigkeiten ausbauen, doch viel mehr gibt es in dieser Hinsicht nicht zu tun. „Mass Effect 2“ ist definitiv mehr Action- als Rollenspiel. Nun gut, das war der erste Teil auch, aber gab es halt nicht wenige Spieler, die auf einen Ausbau der Rollenspielelemente hofften. Die Schusswechsel mit den Feinden wurden jedoch optimiert: Ihr könnt euch geschmeidig von Deckung zu Deckung bewegen und dabei feindliche Roboter und Aliens mit unterschiedlichen Waffensystem bekämpfen. Der Schwierigkeitsgrad hält sich dabei stets in Grenzen: Sogar auf dem höchsten kommt ihr selbst mit durchschnittlicher Erfahrung relativ schnell voran. „Mass Effect 2“ ist keines dieser Spiele, in denen ihr 20 Mal an derselben Stelle scheitert und auch beim 21. Mal keine bessere Performance aufs Parkett legt. Ihr müsst nicht auf dem maximalen Level sein, um das Spiel beenden zu können. Ihr müsst noch nicht einmal Zeit aufs Aufleveln verwenden, was den Action-Charakter des Spiels noch dicker unterstreicht. Unser aller heiß geliebter Mako aus dem ersten Teil ist dieses Mal im Übrigen leider nicht mit von der Partie. Ihr erinnert euch doch noch an diesen Radpanzer, oder? Falls ich jetzt schlimme Erinnerungen bei euch heraufbeschworen haben sollte, dann tut mir das leid. BioWare hat gar nicht erst versucht, den Krampf auf sechs Rädern zu entkrampfen.
Dafür wurden die Nebentätigkeiten im Weltraum ausgebaut: Ihr könnt auf Planeten nach Nebenmissionen und Rohstoffen suchen, um Upgrades anzufertigen. Das ist nicht immer spannend, aber immerhin auch nicht langweilig. Natürlich gibt es auch wieder echte Gefühle, aber dazu wird an dieser Stelle nichts weiter verraten. „Mass Effect 2“ soll außerdem in den kommenden Monaten mit mehreren Download-Erweiterungen bedacht werden. Sofern BioWare nicht so etwas wie die „Pinnacle Station“ veröffentlicht, sollte es hiermit keine Probleme geben. Manche Erweiterungen werden kostenlos sein, doch stellt euch darauf ein, dass ihr für die wirklich interessanten Erweiterungen werdet Geld löhnen müssen. Abschließend sei noch gesagt, dass „Mass Effect 2“ nicht nur spielerisch und erzählerisch, sondern auch technisch gut gelungen ist. Grafik und Sound sind wirklich über jeden Zweifel erhaben, nur die Ladezeiten sind mitunter zu lang. Und falls ihr es noch nicht wisst: „Mass Effect“ gibt es auch als Romanreihe im Buchhandel (bislang sind zwei Bände erschienen) und vielleicht wird es bald auch einen Film geben. Das sollten sich BioWare und Electronic Arts aber besser zwei- oder dreimal überlegen. Da BioWare als Wunderking der Szene gilt, könnten sie sich mit einem schwachen Film viel versauen, auch wenn für diesen vorrangig andere Personen verantwortlich wären. Selbst die beste Marke lässt sich mit zu viel Mist zugrunde richten.
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| SCREENSHOTS |
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