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Von wegen ruhige und besinnliche Weihnachtszeit: In Valves neuestem Survival Horror „Left4Dead 2 (Dt.)“ geht es alles andere als friedlich zu. In bester Ego-Shooter Manier ballert ihr euch den Weg durch unzählige Zombiehorden und kämpft in insgesamt fünf Kampagnen ums nackte Überleben. Ihr schlüpft dabei in die Rolle eines Überlebenden und zieht zusammen mit drei weiteren Mitstreitern durch den tiefsten Süden der USA, wo euch neben 23 neuen Schauplätzen und einem aufgestockten Waffenarsenal auch eine Reihe von zusätzlichen Boss-Zombies erwartet. Trotz dieser viel versprechenden Neuerungen sind vor allem die Anhänger des Vorgängers demgegenüber sehr skeptisch, da man befürchtet, keinen vollwertigen Nachfolger in „Left4Dead 2 (Dt.)“ zu finden, sondern vielmehr eine teure Modifikation des ersten Teils. Doch handelt es sich hierbei wirklich um eine Abzocke oder sind die Ängste der Community völlig unbegründet? Wir haben uns für euch auf die zombieverseuchten Straßen gewagt und alles über den Haufen geschossen, was seinen Hunger an Menschenfleisch stillen wollte. Was dabei herausgekommen ist, erfahrt ihr hier.
Wie schon im ersten Teil besteht die Gruppe wieder aus vier Überlebenden, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Coach, Ellis, Nick und Rochelle, so die Namen der Protagonisten, haben im Überlebungskampf gegen die Zombies nur dann eine Chance, wenn sie zusammenhalten. Für wen ihr euch letzten Endes entscheidet, spielt aus spielerischer Sicht somit keine Rolle, denn jedes Teammitglied ist gleichwertig was Waffen als auch Fähigkeiten angeht und unterscheidet sich einzig bei seinen Sprüchen sowie geführten Dialogen. Dass Einzelkämpfer nicht sonderlich weit kommen, werdet ihr während der fünf abwechslungsreichen Kampagnen schnell genug selbst herausfinden. Angefangen im stilechten Einkaufscenter ballert ihr euch durch bis zu einem Vergnügungspark, wo die Clowns keinen Spaß mehr verstehen, um anschließend im Sumpfgebiet ein verlassenes Plantagenhaus als letzte Feste der Menschheit zu verteidigen. Nach der gewonnenen Schlacht geht es weiter in den vom Unwetter heimgesuchten Vorort Milltown, von wo aus ihr euch bis zu einer Evakuierungsstation des Militärs in New Orleans durchkämpft. Anders als noch im Vorgänger sind diese Abenteuer chronologisch angeordnet und erzählen eine zusammenhängende, wenn auch etwas oberflächliche Geschichte. Viele der Schauplätze werden dabei auch erstmals tagsüber besucht. Sicherlich ist dies eine gewisse Abwechslung zu den sonst sehr dunklen und unheimlichen Szenerien, doch mal ganz ehrlich: Tageslicht samt wunderschönen Sonnenstrahlen haben in Horrorgames genauso wenig verloren wie Alkohol am Steuer und rauben dem Spieler das gewisse Horror-Feeling, wie man es noch aus dem düsteren „Left4Dead (Dt.)“ kennt. Insgesamt haben die Leveldesigner jedoch eine gute Arbeit geleistet und beklemmende Umgebungen geschaffen, die man sich so bei einer Zombieapokalypse vorstellen würde. Die Schneise der Verwüstung ist ebenso wie der Tod selbst euer ständiger Begleiter und lässt euch hin und wieder den Atem stocken, wenn ihr euch beispielsweise in brennenden Räumen wieder findet. So nimmt euch der Rauch jegliche Sicht, während von allen Seiten die Zombies angerannt kommen, um ihre unaufhaltsame Gier nach Fleisch zu stillen. Besonders lobenswert sind an dieser Stelle die intensiven Kämpfe in Milltown, wo euch der optimierte „KI Director“ mit unglaublich atmosphärischen Unwetter-Effekten überrascht und euch mit sehr realistischem Blitz und Donner den Eindruck vermittelt, tatsächlich mitten in einem Sturm zu stecken. Überdies ist dieser aber auch für die Platzierung der Gegner sowie dessen Laufrouten, Waffen und Hilfsmittel wie Heilpakete oder Adrenalinspritzen zuständig und verteilt sie bei jedem Spieldurchlauf an einer anderen Stelle.
Wer denkt, dass „Left4Dead 2 (Dt.)“ einzig vom Herumgeballere auf untote Ziele lebt, irrt sich gewaltig. Einige Passagen lassen sich nur mit etwas Köpfchen und vor allem mit sehr viel Teamwork überwältigen, sodass die richtige Absprache untereinander das A und O bei solchen Abschnitten ist. So müsst ihr beispielsweise am Ende der ersten Kampagne den Tank eines Autos füllen, um im Anschluss aus dem Einkaufscenter zu fliehen. Diese dafür benötigten Benzinkanister sind dabei, wie könnte es auch anders sein, überall in der Mall verteilt und werden von angriffslustigen Zombies verteidigt. Was tun? Diese Frage werdet ihr euch noch oft im weiteren Spielverlauf stellen, denn nahezu in jeder Kampagne wartet eine solche spezielle Aufgabe auf euch. Dumme Einzelaktionen werden hierbei oft direkt mit dem Tod der gesamten Truppe bestraft, da jeder von euch begangene Fehler selbst auf der niedrigsten Schwierigkeitsstufe eiskalt vom Feind ausgenutzt wird. Schaffen es die Infizierten tatsächlich mal euch vor Erreichen eines sicheren Schutzraumes das Leben auszuhauchen oder das gesamte Team kampfunfähig zu Boden zu bringen, seid ihr leider dazu verdammt, das komplette Level von vorne anzufangen. Sowas wie Checkpoints sucht man nämlich selbst im Offline-Modus nach wie vor vergebens. Damit euch ein solches Dilemma erspart bleibt, haben euch die Entwickler jede Menge neue Waffen mit auf dem Weg durch den Höllentrip gegeben. Die doch recht überschaubare Waffensammlung aus dem ersten Teil wurde mit einigen MG-Waffen ergänzt, wobei ausschließlich die deutschen Spieler von „Left4Dead 2 (Dt.)“ zusätzlich über fünf exklusive Waffen aus „Counter Strike Source“ verfügen. Erstmals dürft ihr aber auch Gebrauch von Nahkampfwaffen machen und den Untoten im wahrsten Sinne des Wortes eines mit der Pfanne über den Schädel ziehen. Wer es lieber etwas blutiger mag, wählt stattdessen die Kettensäge oder die Feuerwehraxt. Selbst die Musikanten unter euch freuen sich über eine schlagfertige Gitarre, mit welcher ihr den Zombies das „Lied vom Tod“ vorspielen könnt. Unterwegs findet ihr aber auch andere coole Gadgets wie Munition mit Brandsätzen oder Sprengladungen, die eure ohnehin schon sehr tödlichen Waffen noch mehr Wums verpassen, sowie aufputschende Adrenalinspritzen und Defibrillatoren, welche tote Kameraden zurück ins Leben rufen. Natürlich sind auch wieder Projektilwaffen wie Molotows und Rohrbomben mit von der Partie und wurden zudem mit abgefüllter Boomer-Kotze und Spitter-Säure für den Kampf gegen gruppierte Zombie-Mobs erweitert.
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